Krebsdiagnostik auf höchstem Niveau
Schwäbisch Gmünd (GEK). "Eine bessere Krebsvorsorge erreichen und den Menschen die Angst nehmen", so beschrieb Professor Dr. Alfred Böcking von der Uni-Klinik Düsseldorf seine Ziele heute in Berlin. Anlass der Pressekonferenz zusammen mit GEK-Chef Dieter Hebel war die Vorstellung seines neuen Buches. Es beschreibt, wie sich Krebs schnell, sanft und sicher an wenigen Zellen entdecken lässt.
Professor Böcking ist einer der angesehensten Spezialisten für die Krebsfrüherkennung anhand von Zellen, die so genannte Cytopathologie. In seinem Institut in Düsseldorf gehen täglich Proben ein, die Patienten mit einer kleinen Bürste, einer haarfeinen Nadel oder anderen schonenden Verfahren entnommen wurden. Am Mikroskop, am Computer und mit modernen chemischen Methoden untersucht Böcking die Zellen auf Anzeichen für Krebs. Häufig ersetzt diese Analyse herkömmliche Verfahren, für die dem Patienten Gewebe aus dem betroffenen Organ entnommen wird (Histologie). Bestätigt sich ein Krebsverdacht nicht, kann eine Operation oft vollständig vermieden werden. Daher der Buchtitel "Mit Zellen statt Skalpellen".
Zielgruppe des rund 100 Seiten umfassenden Bandes sind interessierte Laien ebenso wie Ärzte. In verständlicher Sprache und anhand von 74 farbigen Abbildungen werden die Möglichkeiten und Grenzen der Cytopathologie beschrieben. Mund, Lunge, Schilddrüse und die Leber sind nur einige der insgesamt 16 vorgestellten Organe, bei denen die Methode in Frage kommt. Jede Krebsart ist mit einer Patientengeschichte verbunden, so dass der Leser einen Eindruck von den jeweiligen Behandlungsmöglichkeiten gewinnt. Zahlen zur Zuverlässigkeit der Cytopathologie im Vergleich zur Gewebe-Entnahme erleichtern die Einschätzung.
"Vor allem in der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs sind die von Professor Böcking vertretenen Methoden seit langem verbreitet", sagte Dieter Hebel, Vorstandsvorsitzender der fünftgrößten deutschen Ersatzkasse GEK. Umso erstaunlicher sei es, dass die Medizin dieses moderne und wissenschaftlich fundierte Verfahren bei anderen Krebserkrankungen noch vergleichsweise selten einsetze. Hebel wies dabei besonders auf die von Professor Böcking vorgeschlagenen diagnostischen Verbesserungsmöglichkeiten beim Prostatakrebs hin. Wird bei einer Untersuchung der Erbsubstanz festgestellt, dass es sich um einen sehr langsam wachsenden Krebs handelt, kann in bestimmten Fällen auf eine chirurgische Entfernung der Prostata, auf eine Bestrahlung oder Hormontherapie sogar verzichtet werden.
Da die GEK an einer Weiterentwicklung der Cytopathologie interessiert ist, hat sie mit Böcking und weiteren Wissenschaftlern Anfang 2007 eine groß angelegte Studie zur Zuverlässigkeit und Effizienz der Methode im Vergleich zur Gewebeentnahme begonnen. "Wir erwarten, dass die Cytopathologie ein schnelleres Untersuchungsergebnis ermöglicht und die Zahl von langwierigen Untersuchungen und Operationen deutlich verringert", so Hebel. Zugleich, so kündigte er an, werde sich die GEK für eine bessere Vergütung der Cytopathologie einsetzen und Gespräche mit den Zahnärzten zur Mundkrebs-Vorsorge führen.
Bibliographische Angaben:
Alfred Böcking: "Mit Zellen statt Skalpellen. Wie Cytopathologie Krebs frühzeitig und ohne Operation erkennen kann". Berlin: Lehmanns Fachbuchhandlung, 2007. ISBN 9-783865-411778. 19,90 Euro.
Walter Samsel, Alfred Böcking: "Prognostische und therapeutische Bedeutung der DNA-Zytometrie beim Prostatakarzinom". St. Augustin: Asgard, 2006. ISBN 3-537-44041-3. 12,90 Euro
Quelle: Pressemeldung Gmünder ErsatzKasse GEK
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